KRANKENSALBUNG

 
Krankensalbung – Zeichen der Hoffnung für unsere Kranken
Auch wenn keine unmittelbare Todeskrankheit besteht, fühlt sich der länger Kranke ausgeschlossen aus der Gemeinschaft. Er lebt am Rande. Der Kranke wird von den Fragen der menschlichen Existenz stärker angerührt als der Gesunde. Er kann daher bewusster leben und glauben. Er kann aber auch leichter scheitern. Daher sind für den Kranken besonders wichtig
 
– Dass die Familienangehörigen sich um ihn kümmern
– Dass Freunde und Verwandte ihn besuchen und mit ihm sprechen
– Dass die Pfarrgemeinde sich kümmert
 
Der Kranke soll wissen: ich bin nicht allein. Unser Herr Jesus Christus wußte um die Not des Krankseins. Er hat Kranke geheilt. Daraus begründet die Kirche das Sakrament der Kranken­salbung. Im Jakobusbrief (Kapitel 5) lesen wir:  Ist einer von euch bedrückt? Dann soll er beten. Ist einer fröhlich? Er soll ein Loblied singen. Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich: Sie sollen für Ihn beten und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten, und der Herr wird Ihn auf­richten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben.
 
Die Krankensalbung
Die Krankensalbung wurde (und wird) zu Unrecht oft als das Sterbesakrament, als die ,Letzte Ölung' bezeichnet. Das ist aber nicht richtig. Das Sakrament der Krankensalbung ist im eigentlichen Sinn nicht - wie bisher oft geschehen - für jene da, die bereits vom Tod gezeichnet oder gar schon gestorben sind. Heute gilt: Einem  Verstorbenen kann die Krankensalbung nicht mehr gespendet werden (Rituale der Krankensalbung Nr.15)
Oft war es so, dass die Verwandten den Pfarrer erst dann geholt haben, wenn der/die Kranke das Bewusstsein bereits verloren hatte, damit er/sie sich nicht aufregen muss oder, so die Verwandten, er/sie könnte meinen, dass es dann zu Ende geht. Damit wird dieses schone Sakrament mißverstanden. Durch die Neuordnung der Sakramente im Zusammenhang mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil ist klargestellt: Krankensalbung = Sakrament der Kranken.
Ein Sakrament ist eine zeichenhafte Handlung, in der Gott seine Gnade dem gläubigen Menschen zuwendet. Als Zeichen werden bei der Krankensalbung verwendet:
 
– Die Salbung mit Öl
– Das Auflegen der Hände
 
Es wird die Stirn und es werden die Hände mit dem Krankenöl gesalbt, welches der Bischof in der sog. Chrisammesse weiht. Bei der Salbung auf der Stirn spricht der Priester: Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen, er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes. Bei der Salbung auf den Händen spricht der Priester: Der Herr, der dich von den Sünden befreit hat, rette dich, in seiner Gnade richte er dich auf. 
 
Es ist schön, wenn bei der Feier der Krankensalbung auch Familienangehörige und/oder Freunde mit dabei sein können. Sie beten mit dem Kranken und zeigen ihm: Als Christ ist man nie allein. Das Öl und die Salbung mit Öl hat eine uralte Geschichte, schon vor Jahr­tausenden war die Salbung mit Öl bekannt. Es soll stärken und heilen.
 
Wozu Krankensalbung?
– Der Kranke wird gestützt im Vertrauen auf Gott.
– Der Kranke wird gestärkt gegenüber den Versuchungen des Bösen, gegen Pessi­mismus
   und Niedergeschlagenheit; das Sakrament hilft Ihm, die Angst vor der Krankheit oder den
   Tod zu überwinden.
 
– Der Schwerkranke begibt sich so ganz in den Willen Gottes: Herr, dein Wille geschehe!
– Das Sakrament der Krankensalbung bringt die Vergebung der Sünden und stellt die
   Vollendung der christlichen Buße dar.
 
 Was braucht man  zur Krankensalbung?
– Das Krankenöl, das der Priester mitbringt
Wenn möglich:
– Einen weiß gedeckten Tisch neben dem Krankenbett, zu dem der Kranke gut hinsehen
   kann
– Zwei brennende Kerzen auf dem Tisch und ein Kreuz auf dem Tisch oder an der Wand.
 
Bei einer unheilbaren Krankheit sollte rechtzeitig ein Priester gerufen werden, der die Krankensalbung spenden und/oder auch – im absehbaren Falle des Todes – die Wegzehrung (Kommunion) reichen kann.
Bei einem plötzlichen Todesfall kann auch ein Priester gerufen werden, um mit den Angehörigen die Totengebete zu sprechen.Die Angehörigen können aber auch zuerst miteinander für den Toten beten. Dies besonders, wenn nicht sofort ein Priester erreicht werden kann:
Im Gotteslob unter Nr. 608 stehen Vorschläge zum gemeinsamen Beten "Im Angeicht des Todes". Unter der Nr. 608,3 und 608,4 steht jeweils ein Gebet, das man unmittelbar vor und nach dem Verscheiden beten kann.
 
Noch ein Hinweis: Rechtlich besteht die Möglichkeit, einen Verstorbenen bis zu 36 Stunden zu Hause aufzubahren.  Es muss also nicht sofort nach dem Eintritt des Todes ein Bestatter gerufen werden bzw. er kann zwar verständigt werden,  der/die Verstorbene(n) kann aber noch eine gewisse Zeit im Hause behalten werden, damit die Trauernden die Möglichkeit zur Verabschiedung haben oder auch ein Priester im Laufe des Tages vorbei kommen kann.